Anwaltskanzlei RUOFF in Bruchsal

Aktuelle Urteile
aus dem Familienrecht und Erbrecht

zurück zur Übersichtsseite

Familienrecht

Vorübergehender begleiteter Umgang in der Wohnung des Obhutselternteils

Erleichterung der Akzeptanz künftiger Kontakte zwischen Kind und umgangsberechtigten Elternteil

Ein begleiteter Umgang kann vorübergehend in der Wohnung des Obhutselternteils stattfinden, wenn dies die Akzeptanz künftiger Kontakte zwischen dem Kind und dem umgangsberechtigten Elternteil erleichtert. Jedoch müssen das Obhutselternteil oder andere dritte Personen abwesend sein. Dies hat das Oberlandesgericht Frankfurt a.M. entschieden.


In dem zugrunde liegenden Fall hatte das Amtsgericht Frankfurt a.M. im November 2021 den Umgang des Vaters mit seiner fast dreijährigen Tochter geregelt. Im Wesentlichen wurde dem Kindesvater ein begleiteter Umgang jeden Mittwochnachmittag in den Räumen des Trägers der Jugendhilfe eingeräumt. Gegen diese Entscheidung richtete sich die Beschwerde der Kindesmutter. Sie war mit der Umgangsregelung nicht einverstanden.

Umgang kann in Wohnung der Kindesmutter stattfinden

Das Oberlandesgericht Frankfurt a.M. kam den Bedenken der Kindesmutter dadurch entgegen, dass es den Ort des begleiteten Umgangs in die Wohnung der Kindesmutter verlegte. Damit solle eine höhere Akzeptanz für die Durchführung der Umgangs des Kindesvaters mit dem Kind geschaffen werden. Das Gericht ordnete aber zugleich an, dass während des begleiteten Umgangs die Kindesmutter selbst oder andere sich sonst dort mit ihrem Einverständnis aufhaltende Personen abwesend sind.


Oberlandesgericht Frankfurt a.M., ra-online (vt/rb)


OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 08.07.20224 UF 11/22 -


Vorinstanz:
  • Vorübergehender begleiteter Umgang in der Wohnung des Obhutselternteils
    AG Frankfurt am Main, Beschluss vom 16.11.2021
    [Aktenzeichen: 400 F 157/21]

veröffentlicht: 30.08.2022

entschieden am: 08.07.2022

Meldung: 32110